Podcast-Zusammenfassungen · Episode 16 · 18. August 2026

Updates: Wann man sie installieren sollte und wann nicht

Wann Updates sinnvoll sind, wann man kurz warten kann und warum zu langes Aufschieben meistens gefährlicher ist als schnelles Updaten.

Updates schließen Sicherheitslücken, beheben Fehler und halten Geräte langfristig nutzbar. Gleichzeitig können neue Versionen Probleme verursachen oder Einstellungen verändern. Die einfache Grundregel von Nino Lahrmann und Timo Volkov lautet deshalb: Updates möglichst früh installieren und nur mit einem konkreten Grund verschieben.

Hardware nur so lange nutzen, wie sie unterstützt wird

Ein Smartphone oder Computer kann technisch noch einwandfrei funktionieren und trotzdem zum Sicherheitsrisiko werden. Entscheidend ist, ob der Hersteller noch Sicherheitsupdates und Firmware-Aktualisierungen bereitstellt.

Vor allem bei Smartphones sollte man prüfen, bis zu welchem Datum Updates garantiert werden. Läuft der Support aus, sollte das Gerät nicht einfach dauerhaft weiter für sensible Daten und Online-Konten verwendet werden.

Bei Computern bedeutet ein nicht mehr unterstütztes Betriebssystem aber nicht automatisch, dass die Hardware entsorgt werden muss. Wenn ein älterer Rechner beispielsweise Windows 11 nicht unterstützt, kann Linux eine Möglichkeit sein, ihn weiterhin sicher zu verwenden. Nino Lahrmann und Timo Volkov nutzen und empfehlen dafür vor allem anfängerfreundliche Systeme wie Ubuntu und Linux Mint.

Automatische Updates sind für die meisten die beste Wahl

Wer Updates komplett manuell verwaltet, verschiebt sie häufig immer weiter. Deshalb sollte man in der Regel die Standardeinstellungen des Betriebssystems verwenden.

Bei Windows, macOS, Android und iOS werden viele Sicherheitsupdates bereits automatisch heruntergeladen oder installiert. Häufig muss anschließend nur noch ein Neustart bestätigt werden.

Bei Linux lässt sich genauer festlegen, welche Updates automatisch installiert werden. Gerade bei den empfohlenen Linux-Distributionen können Sicherheitsupdates im Hintergrund eingespielt werden, während größere Versionssprünge bewusst gestartet werden.

Bei Linux lieber auf langfristig unterstützte Versionen setzen

Für die meisten Menschen eignen sich sogenannte Long Term Support Versionen besser als Systeme, die ständig große Änderungen erhalten.

Ubuntu und Linux Mint können über Jahre weitgehend gleich aussehen und trotzdem regelmäßig Sicherheitsupdates erhalten. Dadurch bleibt die Bedienung vertraut und man muss nicht ständig mit neuen Funktionen oder Oberflächen rechnen.

Wer dagegen bewusst immer die neueste Software haben möchte, kann eine sogenannte Rolling Release Distribution wie Arch Linux verwenden. Neue Funktionen und Unterstützung für neue Hardware kommen dort schneller, gleichzeitig können Änderungen und Fehler früher beim Nutzer landen. Für Einsteiger empfehlen Nino Lahrmann und Timo Volkov deshalb eher Ubuntu oder Linux Mint.

Smartphone-Updates möglichst schnell installieren

Bei Smartphones sollte man Systemupdates und App-Updates grundsätzlich zeitnah installieren. Ein Neustart kann normalerweise dann durchgeführt werden, wenn das Gerät gerade nicht benötigt wird.

Nino geht dabei weiter als Timo. Er hat seine Smartphone-Updates weitgehend automatisiert und lässt sein Gerät auch selbstständig neu starten, wenn es längere Zeit nicht verwendet wird. Timo nutzt eher die Standardeinstellungen und bestätigt notwendige Neustarts selbst. Beide kommen aber zum gleichen Ergebnis: Updates sollten nicht unnötig aufgeschoben werden.

Wenn man das Smartphone als Wecker verwendet oder am nächsten Morgen unbedingt erreichbar sein muss, kann ein automatischer Neustart trotzdem bewusst vermieden werden. Dann sollte man das Update kurze Zeit später manuell abschließen.

Vor einem wichtigen Termin darf man kurz warten

Direkt vor einer Präsentation, Geschäftsreise, Prüfung oder wichtigen Videokonferenz muss keine große Systemänderung gestartet werden.

Wenn gerade alles funktioniert und man das Gerät in den nächsten Stunden dringend benötigt, kann das Update auf einen ruhigeren Zeitpunkt verschoben werden. Danach sollte es aber tatsächlich installiert werden und nicht wochenlang liegen bleiben.

Zu langes Warten ist meistens gefährlicher als schnelles Updaten

Neue Updates können Fehler enthalten. In seltenen Fällen kann sogar die Update-Infrastruktur eines Softwareanbieters kompromittiert werden. Solche sogenannten Supply-Chain-Attacken kommen vor.

Das größere Risiko entsteht aber häufig durch das Nichtinstallieren eines Sicherheitsupdates. Sobald eine Schwachstelle bekannt und ein Patch veröffentlicht wurde, können Angreifer gezielt nach ungepatchten Systemen suchen.

Bei einer kritischen Schwachstelle im BTCP Server, einer Software zum Empfangen von Bitcoin-Zahlungen, wurden beispielsweise Systeme angegriffen, deren Betreiber nicht schnell genug aktualisiert hatten. Bei öffentlich erreichbaren Servern und anderer kritischer Infrastruktur sollte deshalb besonders schnell reagiert werden.

Offline-Geräte sind eine Ausnahme

Ein alter Computer ohne Sicherheitsupdates kann weiterhin sinnvoll sein, wenn er wirklich dauerhaft offline bleibt und niemand unbefugt darauf zugreifen kann.

Ein alter Windows-7-Rechner, der ausschließlich zu Hause ohne Internet für lokale Office-Dateien verwendet wird, stellt ein völlig anderes Risiko dar als ein Windows-7-Laptop, der täglich unterwegs ist und sich mit fremden Netzwerken verbindet.

Bei mobilen Geräten sollte zusätzlich eine Festplattenverschlüsselung vorhanden sein, damit ein Diebstahl nicht direkt zum Zugriff auf die gespeicherten Daten führt.

Nach Updates auch die Privatsphäre prüfen

Sicherheit und Privatsphäre sind nicht dasselbe. Gerade bei Windows, macOS, iOS und gewöhnlichen Android-Systemen können Updates neue Telemetrie-Funktionen, KI-Funktionen oder andere Einstellungen mitbringen.

Bereits deaktivierte Funktionen können sich dadurch verändern oder wieder aktiviert werden. Nach größeren Updates sollte man deshalb die Datenschutz- und Privatsphäre-Einstellungen kontrollieren.

Trotzdem sollte ein Sicherheitsupdate nicht ausgelassen werden, nur weil dadurch möglicherweise neue Datenschutzprobleme entstehen. Sicherheit kommt zuerst. Ein vollständig privates System hilft wenig, wenn bekannte Sicherheitslücken offen bleiben. Nino Lahrmann und Timo Volkov empfehlen deshalb langfristig Systeme, die Sicherheit und Privatsphäre bereits bei ihrer Entwicklung stärker berücksichtigen.

Die einfache Regel für den Alltag

Updates automatisieren oder zeitnah bestätigen, notwendige Neustarts nicht dauerhaft verschieben und nur dann warten, wenn es dafür einen konkreten Grund gibt.

Folge anhören