Podcast-Zusammenfassungen · Episode 06 · 09. Juni 2026

Die Webbrowser, die deine Daten nicht weiterverkaufen

Brave, LibreWolf, Mullvad und Tor im Vergleich. So trennst du Lebensbereiche, deaktivierst unnötige Funktionen und verstehst den Inkognito Modus.

Browser und Suchmaschine sind nicht dasselbe

Ein Browser stellt Websites, Bilder, Videos und Webanwendungen dar. Eine Suchmaschine findet passende Websites zu einer Anfrage. Google Chrome und Google Search stammen zwar vom selben Unternehmen, lassen sich aber getrennt ersetzen. Man kann in einem beliebigen Browser eine andere Suchmaschine auswählen.

Der Browser verarbeitet einen großen Teil des digitalen Alltags. Deshalb sollte er möglichst nur seine Kernaufgabe erfüllen. Eingebaute Passwortmanager, Kreditkartenspeicher, Krypto Wallets und VPN Angebote sammeln zusätzliche Funktionen und Daten an einem Ort. Stattdessen sollte man spezialisierte Werkzeuge nutzen, etwa Bitwarden für Passwörter und Mullvad VPN für den VPN Zugang.

Nach der Installation sollte man die Einstellungen öffnen und das Speichern von Passwörtern, Adressen und Zahlungsdaten deaktivieren. Beim Brave Browser kann die Kategorienleiste verschwinden, wenn das Fenster zu klein ist. Falls Einstellungen fehlen, sollte das Fenster maximiert werden.

Brave für einen einfachen Wechsel von Chrome

Brave basiert wie Google Chrome auf Chromium. Bedienung und Darstellung sind daher vertraut, während Werbung und viele Tracker bereits blockiert werden. Für Menschen, die bisher Chrome verwenden, ist Brave der einfachste Einstieg.

Einige Zusatzfunktionen sollte man trotzdem abschalten, wenn sie nicht gebraucht werden. Dazu zählen Brave VPN, die Krypto Wallet und der eingebaute Passwortmanager. Für Android empfiehlt Nino Lahrmann ebenfalls einen Chromium basierten Browser wie Brave, weil Firefox basierte Browser dort technisch weniger gut abgeschottet seien.

LibreWolf für den Wechsel von Firefox

LibreWolf baut auf Firefox auf, entfernt aber mehrere datenschutzkritische Funktionen und bringt gute Voreinstellungen mit. DuckDuckGo ist bereits als Suchmaschine gesetzt. Wer Firefox gewohnt ist, erhält damit einen leichten Wechsel zu mehr Privatsphäre.

Nino Lahrmann berichtet von Installationsproblemen und technischen Umwegen auf modernen Macs. Dort ist Brave für Einsteiger oft einfacher. Timo Volkov nutzt LibreWolf auf Linux und trennt darin Lebensbereiche mit Container Tabs. Berufliche und private Websites erhalten getrennte Cookies und Anmeldungen, obwohl sie im selben Browser geöffnet sind.

Man kann LibreWolf außerdem so einstellen, dass Cookies und andere lokale Daten beim Schließen gelöscht werden. Häufig genutzte Seiten können gezielt in ihren Containern angemeldet bleiben.

Mullvad Browser für mehr Privatsphäre

Der Mullvad Browser basiert ebenfalls auf Firefox und orientiert sich stark am Tor Browser. Nutzer sollen möglichst gleich aussehen, damit einzelne Geräte schwerer über besondere Merkmale erkannt werden. Dazu werden unter anderem Fenstergröße und Anpassungsmöglichkeiten begrenzt. Zusätzliche Erweiterungen würden den Browser einzigartiger machen und sind deshalb nicht vorgesehen.

Der Preis dafür ist Bequemlichkeit. Websites können in einer kleineren Fläche erscheinen, Funktionen können fehlen und individuelle Einstellungen sind eingeschränkt. Der Mullvad Browser eignet sich daher eher als zusätzlicher Browser für sensiblere Tätigkeiten, nicht zwingend als erste Lösung für den gesamten Alltag. Zusammen mit Mullvad VPN ähnelt die eigene Verbindung stärker der vieler anderer Nutzer.

Tor Browser für Anonymität

Der Tor Browser richtet Verbindungen über mehrere freiwillig betriebene Knoten im Tor Netzwerk. Ein Knoten kennt jeweils nur einen begrenzten Teil des Weges. Die Website sieht dadurch nicht direkt, wo die Anfrage begonnen hat. Außerdem lassen sich Onion Adressen öffnen, die nur im Tor Netzwerk erreichbar sind.

Diese Anonymität kostet Geschwindigkeit und Komfort. Manche Websites funktionieren wegen blockierter Skripte nicht, Videos und Anrufe sind langsam oder unbrauchbar. Man sollte den Tor Browser installieren, starten und unverändert lassen. Zusätzliche Erweiterungen oder individuelle Einstellungen können aus der gleich aussehenden Nutzermenge herausstechen. Für normale Konten, soziale Medien und alltägliches Surfen ist Tor meist unpraktisch. Für Tätigkeiten, bei denen die Identität verborgen bleiben muss, bietet er den stärksten Schutz der vier Empfehlungen.

Lebensbereiche voneinander trennen

Verschiedene Identitäten sollten nicht unnötig im selben Datenbestand landen. Dafür gibt es mehrere Wege:

  • Man kann Brave für normale angemeldete Websites und LibreWolf für sensible Zugriffe verwenden.
  • In LibreWolf können Container Tabs berufliche und private Konten trennen.
  • Nino Lahrmann trennt Bereiche teilweise über verschiedene Smartphones, Laptops und Betriebssysteme.
  • Websites wie Messenger lassen sich in Brave als Webanwendung öffnen. So muss nicht immer die vollständige Desktop App installiert werden.
  • Die Synchronisierung von Browsern über mehrere Geräte kann bequem sein. Wer stärkere Trennung möchte, sollte darauf verzichten.

Was der Inkognito Modus wirklich leistet

Ein privates Fenster löscht nach dem Schließen lokale Spuren wie Cookies, Suchbegriffe und den Browserverlauf. Andere Personen am selben Gerät sehen diese Sitzung dann nicht im Verlauf.

Der Modus verbirgt jedoch weder deine IP Adresse noch deinen Datenverkehr vor dem Internetanbieter, VPN Anbieter oder der besuchten Website. Fingerprinting und andere Erkennungsmöglichkeiten bleiben grundsätzlich bestehen. Inkognito bedeutet daher lokale Datenbereinigung, nicht Anonymität.

Der nächste praktische Schritt

Wer Chrome nutzt, sollte Brave installieren. Wer Firefox nutzt und nicht auf macOS arbeitet, kann LibreWolf testen. Man sollte die Einstellungen kontrollieren, unnötige Zusatzfunktionen abschalten und einen zweiten Browser für einen getrennten Lebensbereich ausprobieren. Mullvad Browser und Tor können später für höhere Anforderungen ergänzt werden.

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