Podcast-Zusammenfassungen · Episode 04 · 26. Mai 2026

Die meisten VPNs sind Müll, aber ein paar wenige sind Gold wert!

Ein VPN verbirgt deine IP Adresse, verschiebt aber auch Vertrauen zum Anbieter. So wählst du einen guten Dienst und stellst ihn sinnvoll ein.

Was ein VPN tatsächlich verändert

Ohne VPN läuft deine Verbindung über deinen Internetanbieter. Er kann sehen, welche Websites du besuchst, auch wenn er dank verschlüsselter Verbindungen meist nicht sieht, was du dort genau machst. Die Website wiederum erhält deine IP Adresse. Darüber kann sie deinen ungefähren Standort erkennen und Besuche miteinander verknüpfen.

Ein kommerzieller VPN leitet den Datenverkehr zuerst über seinen eigenen Server. Dein Internetanbieter sieht dann nur noch die Verbindung zum VPN. Die besuchte Website bekommt die IP Adresse des VPN Servers statt deiner eigenen. Da viele Menschen dieselbe Serveradresse nutzen, lässt sich dein Besuch schwerer eindeutig zuordnen.

Ein VPN macht dich jedoch nicht automatisch anonym. Er wird zur neuen Vertrauenspartei und könnte grundsätzlich viele Informationen sehen, die vorher beim Internetanbieter lagen. Die Wahl des Dienstes entscheidet daher über den tatsächlichen Nutzen.

Woran man einen vertrauenswürdigen Anbieter erkennt

Werbeaussagen wie „keine Logs“ reichen nicht. Man sollte nach einer langen, nachvollziehbaren Historie suchen. Externe Prüfungen sind besser als nichts, werden aber angekündigt und vom geprüften Unternehmen bezahlt. Aussagekräftiger sind Fälle, in denen Behörden Server beschlagnahmten und dort keine Nutzerdaten fanden.

Auch die Website verrät viel über das Geschäftsmodell:

  • Gibt es Tracker, aggressive Rabatte oder ablaufende Countdowns?
  • Wird mit Angst gearbeitet oder zu langen Abos gedrängt?
  • Finanziert der Anbieter Influencer und Vergleichsseiten über Provisionen?
  • Gehören mehrere scheinbare Konkurrenten zum selben Konzern?

Viele VPN Vergleiche verdienen an Affiliate Links. Ihre Ranglisten sind deshalb kein neutraler Vertrauensbeweis. Bei NordVPN, Surfshark, CyberGhost und ExpressVPN sehen Timo Volkov und Nino Lahrmann den Fokus eher bei Marketing und Geoblocking als bei konsequenter Privatsphäre. Für ausländische Streamingangebote können solche Dienste dennoch besser funktionieren. Das ist ein anderer Einsatzzweck.

Die drei empfohlenen VPN Dienste

Die Hauptempfehlung ist Mullvad VPN. Dafür sprechen mehrere konkrete Eigenschaften:

  • Es wird keine E Mail Adresse verlangt. Der Zugang besteht nur aus einer zufälligen Kontonummer.
  • Zahlungen sind unter anderem mit Bitcoin, Bitcoin Lightning, Monero oder Bargeld per Brief möglich.
  • Bei Zahlungen mit Bitcoin Lightning oder Monero gibt es zehn Prozent Rabatt.
  • Jeder Monat kostet fünf Euro, unabhängig von der Laufzeit. Lange Lockangebote und Abofallen entfallen.
  • Mullvad betreibt kein Affiliate Programm.
  • Nino Lahrmann berichtet von zwei Behördenfällen, in denen Mullvad keine gespeicherten Nutzerdaten herausgeben konnte.

Als Alternativen werden IVPN und Proton VPN genannt. IVPN ist teurer, bietet weniger Server und Funktionen, verfolgt aber einen ähnlichen Ansatz. Proton VPN eignet sich besonders, wenn man bereits die Proton Dienste für E Mail oder Onlinespeicher nutzt. Man kann Mullvad zunächst einen Monat testen und bei Problemen jeweils einen Monat IVPN oder Proton VPN ausprobieren.

Einstellungen, die man kennen sollte

Kill Switch: Bricht die VPN Verbindung ab, wird auch der Internetzugang gesperrt. So fällt der Datenverkehr nicht unbemerkt auf die normale Verbindung zurück. Man sollte diese Funktion aktivieren.

Always On VPN: Das Gerät darf nur über den VPN ins Internet. Das schützt auch dann, wenn man das Einschalten vergessen hat. Für möglichst durchgängige Privatsphäre sollte diese Option genutzt werden.

Split Tunneling: Einzelne Apps werden vom VPN ausgenommen. Das hilft bei Banking Apps oder Streamingdiensten, die VPN Verbindungen blockieren. Statt den VPN vollständig auszuschalten, sollte nur die betroffene App ausgeschlossen werden. Timo Volkov und Nino Lahrmann stellen Split Tunneling als Alternative zu einem vollständig erzwungenen Always On Betrieb dar.

Nino Lahrmann weist darauf hin, dass Kill Switch und ähnliche Schutzmaßnahmen auf iPhones nicht immer zuverlässig funktionieren, weil VPN Apps nur begrenzt in das System eingreifen dürfen.

Zusätzliche Funktionen von Mullvad

Mit DNS Content Blocking lassen sich Verbindungen zu Werbung und Trackern bereits vor dem Laden blockieren. Das reduziert Tracking, Datenverbrauch und Werbung in vielen Smartphone Apps. Fortgeschrittene können VPN und DNS trennen und beispielsweise NextDNS für genauere Blockierregeln verwenden.

DAITA, kurz für Defense Against AI Guided Traffic Analysis, gleicht Übertragungsmuster an und fügt zusätzlichen Datenverkehr hinzu. Dadurch sollen Rückschlüsse aus Paketgrößen und Übertragungsmustern erschwert werden. Die Funktion verbraucht mehr Daten, kann langsamer sein und steht nicht auf allen Servern zur Verfügung. Bei begrenztem Mobilfunkvolumen sollte sie nicht aktiviert werden.

Wer den Tor Browser nutzt, kann zuerst den VPN verbinden und danach Tor starten. Der Internetanbieter erkennt dann nur die VPN Verbindung und nicht die Nutzung des Tor Netzwerks.

Ein sinnvoller Start

Man sollte Mullvad installieren, Kill Switch aktivieren und prüfen, ob Always On oder Split Tunneling besser zum eigenen Alltag passt. DNS Content Blocking bietet einen sofort sichtbaren Zusatznutzen. Kostenlose Werkzeuge wie Bitwarden oder Brave werden ebenfalls aufwendig entwickelt. Wer sie dauerhaft nutzt, kann ihre Entwicklung mit einer Spende unterstützen.

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